| Lilly & Neil | |
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zurück zu Die Nacht von Samstag auf Sonntag Der SonntagMarcus bekam ein Klappbett in mein Zimmer gestellt und so konnten wir beieinander schlafen. So hatten wir ein bißchen Nähe und Trost. Am Sonntagmorgen wurden wir sehr früh geweckt. Jemand, ich weiß nicht mehr wer, kam ins Zimmer und sagte uns, dass es Neil nicht gut geht. Man könne einen Pfarrer anrufen, der die Taufe bei ihm vornehmen kann. Lilly hatte in der Nacht auch schon eine Nottaufe durch eine Schwester bekommen, wofür wir sehr dankbar sind. Marcus hat meine Mutter angerufen. Bald kam der Pfarrer. Irgendwie hat man mich aus dem Bett bekommen und in einen Rollstuhl gesetzt, so dass ich mit zur Taufe konnte. Es war alles so schön vorbereitet. Ich kam nun ja zum ersten Mal in die Säuglings-Intensivstation. Dort war vor dem Inkubator ein kleiner Tisch aufgebaut: mit einem Kreuz, mit einer Kerze. Nun durfte ich zum ersten mal unseren kleinen Neil sehen. Das Schlimme ist, dass ich mich nicht daran erinnern kann, wie er in dem Moment aussah. Wie die Taufe war sehr schön. Ich kann mich aber auch nur noch daran erinnern, dass wir uns an einer Stelle alle an den Händen genommen haben. Der Inkubator wurde auf beiden Seiten aufgemacht und ich durfte Neil auf meiner Seite berühren, Marcus auf den anderen Seite. So wurde unser Kreis geschlossen. Wie dieser Tag und die nächsten Tage abliefen kann ich nicht mehr sagen. Ich weiß nur, dass entweder Marcus oder meine Mutter bei mir waren, damit ich nicht allein war. Marcus durfte mich im Rollstuhl zu Neil bringen, damit ich ihn wenigsten betrachten konnte. Berühren durfte ich ihn noch nicht, er war zu klein und anfällig. Auch habe ich Besuch von meiner Nichte, meinem Bruder und seiner Frau und Freunden bekommen, worfür ich sehr dankbar war. Sie waren einfach da. Die Angst, die sie selber vor der Situation gehabt haben müssen, war ihnen unwichtig. Hauptsache sie konnten uns Kraft durch ihre Nähe geben.
Die weitere Zeit im Krankenhaus und dann im Waldkrankenhaus, wo ich wegen meinem Schwindel war, möchte ich hier erstmal überspringen. Es kostet mich dafür noch zu viel Kraft, da ich mich nur schwer erinnere. Damit werde ich mich aber auch bald auseinander setzen und das Geschehen und meine Gefühle hier nieder schreiben. Nur kurz: Am Donnerstag, 19.06., wurde ich aus dem Marienhospital entlassen. Am Tag darauf war die Beisetzung unserer kleinen Lilly. Im kleinsten Kreis nur, so wie wir es wollten. Neil hatte an dem Tag eine große Operation. Er sollte einen künstlichen Darmausgang bekommen und einen "großen" Zugang für die Medikamente. An dem Tag fing mein Schwindel an stärker zu werden. Der Mensch kann schon einiges vertragen, aber irgendwann ist es zu viel: die Seele schreit und der Körper reagiert... weiter zu Die Zeit nach meiner Entlassung Besucher heute Besucher gesamt nach oben nPage.de-Seiten: www.stefanhansjuntke.npage.de | mehr besucher... |