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Die ersten Tage

 Am Mittwoch, 04.06.2008, waren wir im Babymarkt und haben das Kinderzimmer, die Maxi-Cosy`s und den Zwillingskinderwagen für unsere beiden Mäuse bestellt. Früh genug, damit alles bereit steht, wenn die beiden auf die Welt kommen.

Donnerstagmorgen, sehr früh, hatte ich „so komische“ Krämpfe im Unterleib. Bin direkt zu meinem Frauenarzt, der mich an das CTG angeschlossen hat. Er sagte mir, dass ich Wehen habe und direkt ins Krankenhaus soll. Auf meine Frage, ob ich noch nach Hause könne, ein paar Sachen packen, verneinte er. Also habe ich Marcus im Büro angerufen. Er war in kürzester Zeit in der Arztpraxis und wir sind ins Marienhospital. Dort sind wir von meiner Arztpraxis bereits angekündigt gewesen.

Das Marienhospital war übrigens auch so schon unsere erste Wahl für die Geburt unserer Zwillinge gewesen, da es dort eine sehr gute Frühchenversorgung/-intensivstation gibt.

Im Kreißsaal angekommen wurde ich untersucht, an den Wehenschreiber angeschlossen und bekam wehenhemmende Mittel. Diese sollen die Wehen „in den Griff“ bekommen, machen einen selber aber total zittrig. Alles war egal. Hauptsache unseren Babies geht es gut! Erst hatten wir die Aussicht, dass ich am Montag „zugenäht“ werde und dann weiter liegen muss. „Kein Problem“, dachte ich. Wichtig ist jeder Tag, den unsere beiden in meinem Bauch bleiben. Hoffentlich noch Monate, zumindest Wochen, damit es Ihnen gut geht. Jeder Tag zählt!
Am Donnerstag kam nachmittags eine Kinderärztin von der Frühchenstation in den Kreißsaal. Sie musste mich aufklären, dass es im Notfall zu einem Kaiserschnitt kommen kann. Wir mussten uns entscheiden: Maximalversorgung oder keine? Für uns stand die Maximalversorgung fest.

Was ging in diesen Stunden auf uns nieder? Gestern war doch alles noch in Ordnung und ich haben stolz meinen dicken Bauch getragen. Heute liege ich im Kreißsaal und muss über das Leben, über Maximalversorgung oder nicht, meiner Kinder nachdenken...

Die erste Nacht lag ich mit einer sehr netten, jungen Frau auf dem Zimmer. Sie hat später zwei kleine Mädchen auf die Welt gebracht.

Am Freitag, 06.06.2008, wurde ein Einzelzimmer frei. Die Schwestern, echte Goldstücke, haben mir sofort dieses Zimmer gegeben. Von dem Freitag weiß ich allerdings nicht mehr viel. Bin wohl auch wieder im Kreißsaal gewesen. Keine Ahnung.

Samstag, 07.06.2008, hatte ich "andere Wehen". Über den ganzen Bauch hatte ich Krämpfe.

Ich lag den ganzen Tag im Kreißsaal. Nachmittags wurden die Wehen „etwas“ besser und wir haben sofort Hoffnung geschöpft. Die wurde uns aber dann direkt wieder genommen. Es hieß dann um halb fünf, dass es nicht anders geht: um kurz nach fünf ist ein Kreißsaal frei.Das Team steht bereit. Es muss ein Notkaiserschnitt gemacht werden.

Ich weiß gar nicht mehr genau, was sich dann alles abspielte.

Die PDA musste leider 2x gestochen werden, da ich beim ersten Mal einen Knorpel hatte und es kein Weiterkommen für die Nadel gab. Sehr unangenehm, aber nicht vorhersehbar für die Ärzte. Da musste ich halt durch.  Marcus' Hand war halbwegs zerquetscht und der Oberarm des einen Arztes auch.

Marcus war die ganze Zeit bei mir und hat durchgehalten. Ich bin sehr stolz auf ihn, dass er mir auch im Kreißsaal zur Seite stand. Die PDA musste nun wirken.

Von der OP habe ich nicht viel mitbekommen. Der Anästhesist hat die ganze Zeit mit mir gesprochen (glaube ich zumindest).

Um 17.39 Uhr kam unser kleiner Neil zur Welt. Die Ärzte sagten plötzlich, dass er da ist.  Um 17.41 Uhr folgte Lilly. Es ging alles so schnell. Die beiden wurden sofort zur Untersuchung und weiteren Versorgung weg gebracht. Jetzt musste ich noch zugenäht werden. Das Gefühl dabei kann ich niemandem erklären. Ich hatte keine Schmerzen, aber dieser Druck (keine Ahnung, was man dazu sagt) war die Hölle. Danach wurde ich auf mein Zimmer gebracht. Marcus war immer bei mir.

Ich hatte solche Schmerzen. Habe vier verschiedene Schmerzmittel bekommen bis etwas gewirkt hat. Das dauerte eine Stunde. Marcus stand die ganze Zeit neben mir, hat meine Hand gehalten. Er wollte mir so gerne Schmerzen abnehmen, aber das ging ja nicht.

Endlich, als die Schmerzen dann erträglich wurden, konnte Marcus zu unseren beiden Mäusen. Er brachte ein Foto von Lilly und eins von Neil mit, als er wieder in mein Zimmer kam. Meine Güte! Wie klein sind denn die beiden? Unsere Kinder! Sie waren doch eben noch in meinem Bauch gewesen. Unsere Babies! Das alles bekommt man in so einem Moment gar nicht richtig „verpackt“. Alles ist so unwirklich.

Später konnte ich schlafen. Marcus konnte nun auch nach Hause, um ein wenig zu schlafen. Er wusste mich gut versorgt und musste auch endlich mal zur Ruhe kommen.

Auch meine Mutter war immer wieder zur Stelle und hat sich mit Marcus abgelöst. Sie konnte nichts anderes machen, als für uns da sein. Und das ist so viel!

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