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 Die letzte Woche (Mittwoch) 

Als ich am Mittwochmorgen im Krankenhaus auf dem Weg zu Neil war, kam mir einer unserer Kinderärzte lächelnd entgegen. Er sagt, die Schwester hätte eine Überraschung für mich.

Und was für eine Überraschung! Heute durfte ich zum ersten Mal mit meinem Sohn "kuscheln"! Ich war völlig von den Socken.

Mir wurde ein Gartenstuhl (Liegestuhl) neben Neil's Inkubator gestellt, ein dickes Kissen auf die Beine gelegt und auf dieses Kissen kam eine Stoffwindel. Neil wurde von zwei Schwestern ganz vorsichtig, mit allen Schläuchen und Co., auf meine Beine gelegt. Sie deckten ihn ganz dick wieder zu. Auch das Köpfchen wurde wieder schön zugedeckt, damit es Neil nicht zu kalt wurde.

Eine Schwester macht ein Foto von uns, "damit der Papa ihnen auch glaubt".

Da saß ich nun. Mit meinem Sohn auf den Beinen. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen! Dieses Gefühl kann man einfach nicht beschreiben. Ich hielt unter der Decke Neil's Ärmchen in meiner Hand, seine Hand unter meinem Daumen. Mit der anderen Hand konnte ich vorsichtig seinen Kopf, unter der kleinen Decke, und sein Gesicht streicheln. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, das wohl für andere Mütter ganz normal ist. Ich hatte meinen Sohn bei mir! Es war wunderschön!

Meine Hoffnung wuchs wieder. Schließlich durfte ich ja zum ersten Mal kuscheln!

Als Neil vor unserer Kuschelzeit noch im Inkubator lag, hatte ich schon gesehen, dass er unter seinem Kinn an der Decke einen nassen Fleck hatte. Als die Schwestern meinen Sohn dann nach unserer Zeit wieder ins sein "Bettchen" legten, sah ich, dass der Fleck größer geworden war.

Eine Kinderärztin kam. Der Zugang für die Medikamente war "kaputt". Zum Glück hatte ich den Fleck schon vorm kuscheln gesehen, sonst hätte ich mir bestimmt Vorwürfe gemacht.

Die Ärztin musste Neil noch genau untersuchen und da ich es nicht besser wusste, bin ich erst mal nach Hause, bzw. zu Lilly auf den Friedhof gefahren.

Als ich, nachdem ich Lilly besucht hatte, nach Hause kam, hatte ich eine Nachricht der Klinik auf dem Anrufbeantworter. Sie mussten Neil einen neuen Zugang legen und brauchten unsere Zustimmung. Da sie diese aber schon einmal bekommen hatten, würden sie schon mit der OP anfangen. Ich rief sofort im Krankenhaus an, dass ich natürlich die Zustimmung geben würde und auf dem Weg ins Krankenhaus war. Marcus gab ich auch direkt Bescheid.

Nun saßen Marcus und ich wieder im Krankenhaus. Eine ältere Schwester sagte, es würde nicht so lange dauern. 1-2 Stunden.

Immer wieder wurden wir von der Schwester, die Neil an diesem Nachmittag versorgte, auf dem Laufenden gehalten. Später versorgte sie uns mit Kaffee, einer Banane und einem Müsliriegel, die sie noch übrig hatte.

Nach 6 (!) Stunden OP kam Neil wieder auf die Säuglings-Intensivstation. Ich kann gar nicht sagen, wie wir uns gefühlt haben. Diese Warterei, dieses Bangen. Hoffentlich geht alles gut! Diese Gefühle wünsche ich niemanden!

Der Kinderchirurg, der Neil operiert hatte, kam zu uns. Er erklärte uns, dass sie den Zugang nicht optimal legen konnten. Es war sehr schwierig. Der Zugang konnte nicht so tief gelegt werden, wie es eigentlich sein muss. Alles an Neil sei ja noch so klein. Ausserdem ist den Ärzten bei der OP das Wasser, das Neil eingelagert hat, immer wieder entgegengekommen und sie natürlich behindert. Der Arzt sagte uns, dass wir ein schwerkrankes Kind haben. Das wussten wir, aber hören möchte man das nicht. Es tut so weh!

Als Neil wieder in seinem Inkubator lag, konnten wir noch einen kurzen Blick auf ihn werden. Wir haben noch kurz mit ihm gesprochen. Er solle sich erholen, haben wir ihm gesagt und ihm eine gute Nacht gewünscht. So hat er zumindest noch kurz unsere Stimmen gehört. Bestimmt hat er gemerkt, dass wir die ganze Zeit auf ihn gewartet haben und ihn seiner Nähe waren.

Dann sind wir erschöpft nach Hause gefahren.

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