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zurück zu Die Zeit nach meiner Entlassung 

Die letzte Woche (Montag und Dienstag)

Am Montag, 14.07.2008, hat Neil aufgehört "Pipi" zu machen. Mittags haben wir uns noch nicht "so" viele Gedanken gemacht.

Wir waren immer gegen 16.30 Uhr noch mal bei Neil, da er dann seine Versorgungszeit durch die Schwestern/Pfleger hatte. Die sagten, es würde langsam mal Zeit für eine ordentliche Portion Pipi...

Abends war kurz eine Freundin bei uns. Wir sind danach, gegen 20.00 Uhr noch mal zu Neil. Es war gar nicht unser Zeit, aber irgendwas ließ uns zu ihm fahren. Als wir ins Krankenhaus kamen war der Urinbeutel immer noch leer. Voller Besorgnis haben wir mit der Schwester gesprochen, die Neil an dem Abend versorgt hat. Wir haben gefragt, woran es liegen kann und was die Folgen sein könnten. Sie sagte, dass die Nieren nicht arbeiten und dass es zum Nierenversagen kommen könne.

Nierenversagen! Wir wussten, erst gar nicht was das heißen würde. Oder wollten wir es gar nicht wissen?! Ich denke, wir wollten gar nicht hören, was die Schwester uns gesagt hat. Es könne zum Äußersten kommen, sagte sie mit traurigem Blick.

Wir wollten an dem Abend gar nicht nach Hause, aber wir mussten Neil ja seine Ruhe lassen. Die Nacht war nicht gut. Wir haben wenig geschlafen.

Marcus hat mich am nächsten Morgen, bevor er ins Büro gefahren ist, mit ins Krankenhaus genommen. Er musste einige Sachen an Kollegen übergeben und ist später nachgekommen.

Neil hatte immer noch nicht gemacht. Ich bin bei ihm geblieben, da ich ihn nicht alleine lassen wollte. Was wäre, wenn es seine letzten Stunden sein sollten? Ich wollte gar nicht daran denken. Ich hatte das dringende Bedürfnis bei ihm zu bleiben. Er hat bestimmt gemerkt, dass seine Mama bei ihm war.

Meine Mutter kam auch schon früh ins Krankenhaus und hat mir und Neil beigestanden. Sie ist erst gegangen, als Marcus gegen Mittag ins Krankenhaus kommen konnte. Wir sind dann in die Caféteria und haben etwas gegessen. Ich habe mich zwingen müssen etwas zu essen.

Gegen 14.00 Uhr war ich soweit, dass ich Marcus bat nach Hause zu fahren. Ich konnte nicht mehr. War fertig. Die letzten 7 Stunden hatten bei mir deutliche Spuren hinterlassen. Ich hatte das Gefühl umzukippen. Wir sind dann nach Hause gefahren und Marcus hat mich ins Bett gesteckt. An schlafen war nicht zu denken, aber ich konnte mich immerhin etwas ausruhen. Abschalten konnte ich natürlich überhaupt nicht. Immer waren meine Gedanken bei meinem kleinen Sohn. Wie mochte es ihm gehen? Er war jetzt "allein". Würde er das merken? Dieses Gefühl kann man nicht beschreiben. Es ist ganz schrecklich!

Gegen 18.00 Uhr sind wir dann wieder zu Neil gefahren. Wir kamen in die Frühchen-Intensiv. Ich habe als erstes auf Neil geguckt, Marcus zuerst auf den Urinbeutel. Der Beutel war gut gefüllt! An Marcus' Reaktion habe ich es erst gemerkt und auch auf den Beutel geguckt. Dieses Gefühl der Erleichterung kann man niemandem erklären. Wie glücklich waren wir in diesem Moment und wie stolz waren wir auf unseren kleinen Sohn! Und: die Hoffnung war wieder da!

In dieser Nacht konnten wir wieder besser schlafen. Wir waren so dankbar, dass Neil "machen" konnte. Vielleicht konnte sich sein kleiner Körper jetzt endlich ein wenig erholen.

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