| Lilly & Neil | |
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Die Zeit nach meiner EntlassungAls ich auf dem Waldkrankenhaus entlassen wurde ist meine Mutter dann auch zu Hause als große Hilfe eingesprungen. Morgens habe ich nach dem Aufstehen etwas gefrühstückt. Ich hatte keinen Hunger/Appetit, aber ich musste ja essen. Ich wollte ja für meine Sohn und meinen Mann da sein und langsam zu Kräften kommen. Gegen 10 Uhr kam dann meine Mum, hat mich mit dem Auto abgeholt und ins Krankenhaus zu meinem Sohn gebracht. Marcus ist immer schon morgens vor den Arbeit zu Neil und hat ihn besucht. Einfach nur um nach ihm zu gucken. Der kleine Mann hat ja die meiste Zeit geschlafen, aber Marcus musste zu ihm. Neil hat bestimmt gemerkt, dass sein Papa nach ihm geguckt hat. Die erste Zeit hat meine Mutter auf mich gewartet und wir sind dann zusammen wieder gefahren. Später bin ich zu Fuss den kurzen Weg zu ihr nach Hause gelaufen. Mittags hat meine Mutter für mich gekocht. Danach sind wir zu uns nach Hause. Ich bin auf's Sofa und habe mich ausgeruht. Meine Mutter hat meistens irgendwas im Haushalt gewirtschaftet um uns zu helfen. Bei mir ging ja am Anfang noch gar nichts. Ich sollte mich schonen. Marcus kam nach der Arbeit nach Hause und wir sind dann direkt weiter ins Krankenhaus. Wie er das die ganze Zeit geschafft hat, weiss ich nicht. Er war so stark, auch wenn er eigentlich gar nicht konnte. Der Schwindel war ja eine Schockreaktion des Körpers gewesen. Ich war völlig hilflos, konnte nichts allein machen. Jetzt musste ich mir Schritt um Schritt mein altes Selbstvertrauen wieder erkämpfen. Jede noch so kleine Sache war ein Fortschritt. Zum Beispiel kurz nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wieder alleine zu duschen, ohne dass Marcus immer in Hörweite war, um zu kommen. Ich war ein Häufchen Elend. Ich, die doch ein ganz normales Leben gelebt hat. Immer alles "zackzack". Ich wurde so dermaßen in die Knie gezwungen, seelisch und dadurch körperlich. Es ist unvorstellbar, wie schnell sich das Leben ändern kann. Wir waren so glücklich und haben uns so auf unsere zwei Babies gefreut. Dann wurden wir aus diesem Glück gerissen und wieder schutzlos in ein anderes Leben geschmissen. "Jetzt funktioniert weiter." Bei den Besuchen von Neil durfte ich ihn jetzt auch berühren. Das werde ich nie vergessen. Diese zarte Haut! Endlich durfte ich mein Kind spüren, wenn auch nur durch kleine Berührungen. Ich kam ja nicht viel an ihn heran, er war ja voller Schläuche und Sensoren für die Messungen. Das Schönste war, wenn er auf meine Berührungen reagierte. Eine noch so kleine Bewegung kann einem zum glücklichsten Menschen der Welt machen. Marcus und ich haben immer geguckt, dass wir zu den Versorgungszeiten bei Neil waren. So konnten wir den Schwestern/Pflegern zuschauen wie sie nach Neil guckten, Messungen vornahmen, ihn anders lagerten. Wir durften ihn dann auch an den Ärmchen und Beinchen eincremen, soweit diese frei von Manschetten zum messen waren. Das Eincremen wurde zum Höhepunkt der Besuche. Auch die Mundpflege, das "Zähneputzen" durften wir übernehmen, wenn wir da waren. Dazu haben wir einen Watteträger (die Watte war ungefähr so groß wie bei einem Q-Tip) in Fencheltee getunkt, ihn dann in Neil's Mund gegeben und ihn damit ein wenig "ausgerieben". Manchmal hat er richtig daran gesaugt. :-) Zu den schlimmsten Zeiten bekam er etliche Medikamente. Er hatte einen Beatmungsschlauch in der Nase und einen für's Essen, eine Sonde für das Pipi, einen künstlichen Darmausgang, drei Sensoren für Messungen auf dem Körper, einen Zugang für die Medikamente, eine Manschette zum messen am Arm und eine am Bein. Am Kopf wurde er vier mal punktiert um das überflüssige Hirnwasser abzulassen. Und doch hatten wir immer die Hoffnung unseren kleinen Schatz irgendwann mit nach Hause zu nehmen. weiter zu Die letzte Woche (Montag und Dienstag) Besucher heute Besucher gesamtnach oben nPage.de-Seiten: Hier können wir gern tauschen! | Schau doch mal vorbei:) |