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zurück zu Neil

Inzwischen ist einige Zeit vergangen, wir haben heute den 09.01.2009 und es gibt noch vieles, was ich mitzuteilen habe, ich möchte heute damit anfangen, über die Beisetzung von unserem kleinen Neil zu schreiben:

Petra und ich waren uns sofort einig, dass Neils' Beisetzung anders als die seiner Schwester nicht im engsten Familienkreis stattfinden sollte, sondern jedem die Möglichkeit gegeben werden sollte, sich von den beiden zu verabschieden. Bis dahin galt es einige Steine aus dem Weg zu räumen.

Wir haben allen Kollegen, Freunden, Bekannten, Nachbarn die traurige Nachricht mitgeteilt. Der Pfarrer, der bereits Lillys Trauerfeier mit uns durchführte, sollte natürlich auch Neils Trauerfeier begleiten. Wie sollte auch anders sein, er befand sich im Urlaub und wir mussten mit dem Bestattungsinstitut einen Weg finden, die Bestattung etwas hinauszuzögern, so daß kein für uns Fremder die Beisetzung durchführen konnte. Unser Gesetzgeber hat da so seine Regeln, die nicht immer nachzuvollziehen sind...

Letzlich hat es aber  doch geklappt und die Trauergemeinde (viele Arbeitskollegen, Freunde, Verwandte, Nachbarn - Euch allen an dieser Stellen "Danke") hat uns am 06.08.2008 auf Neils' letztem Weg begleitet. Es war ein schöner Sommertag, sehr heiß, blauer Himmel, die Sonne schien, kein Tag für so einen Anlaß, aber irgendwie doch passend. Wir trafen uns mittags vor der Kapelle am Eingang des Südfriedhofs in Bonn. Vor der Kapelle war der kleine Weiße Sarg aufgebahrt. Wir haben uns alle unter freiem Himmel vor der Kapelle versammelt und der Pfarrer hat einige Worte gesprochen und mit uns gebetet. Dann habe ich den kleinen Sarg in die Arme genommen, wie ich es auch bei Lilly gemacht habe, und wir sind alle zusammen hinter dem Pfarrer zu dem Grabfeld gegangen. Es ist das letzte mal, dass ich den kleinen in den Armen halten konnte. Am offenen Grab wurde dann der Trauergottesdienst abgehalten, und Neil schließlich neben seiner Schwester beigesetzt.  Danach hat sich die Gemeinde aufgelöst.

Das Neil und Lilly letztlich zusammen eine Grabfläche haben, war im Vorfeld nicht so leicht umzusetzen, da die beiden ja nicht gleichzeitig verstorben sind. Wir wollten ursprünglich, dass Neil und Lilly zusammenliegen können und haben mit Unterstützung des Bestattungshauses Hebenstreit & Kentrup noch einen guten Kompromis mit dem Amt gefunden. Die beiden haben jeder für sich ein eigenes Grab, aber wie schon beschrieben nebeneinander. Wir dürfen beide Gräber gemeinsam umranden, so dass es wie eine gemeinsame Fläche aussieht und die beiden haben nun auch einen gemeinsamen Stein bekommen.

Es mag komisch klingen, aber die Beisetzung mit dieser großen Anteilnahme war für mich ein erster Schritt zurück. Ich wusste, wir sind nicht allein und es gibt viele Menschen, auf die wir zählen können, aber auch einige, die man nun mit anderen Augen betrachtet.

 

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