| Lilly & Neil | |
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...und eine Seele spannte weit Ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande als flöge sie nach Haus...
Sonntag Nacht, 08.06.2008 gegen 02:00 Uhr klingelte das Telefon. Eine Schwester rief mich an und teilte mir mit, dass sich der Zustand von Lilly verschlechtert hätte und ich kommen sollte. Die Frage, ob Sie meine Frau wecken sollten verneinte ich, schließlich stand nicht fest, was passieren würde und nach der schweren OP sollte Sie sich schonen. Eine Entscheidung, die ich jederzeit wieder so fällen würde. Als ich gegen 02:15 am Krankenhaus ankam, war es schon zu spät. Die Schwester hatte Lilly bereits in ein Tuch gewickelt, mit welchem Sie vorher im Brutkasten zugedeckt war. Ich durfte meine Tochter das erste Mal auf dem Arm haben, als sie schon tot war. Die Kleine war so wunderschön. Sie hatte schon Ihre eigene Gestik gehabt. Stunden zuvor habe ich sie im Brutkasten berühren dürfen, Sie durfte nur eine Berührung von Ihrem Papa lebend fühlen, diesen Moment kann uns niemand nehmen, mein Sonnenschein. Natürlich konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten, wer hätte dies gekonnt? Jemand teilte mir mit, dass Lilly notgetauft wurde. Nachdem ich ein paar ruhige intensive Minuten mit meiner Tochter verbrachte und Abschied von ihr nahm, habe ich meine Frau geweckt und ihr die Nachricht mitgeteilt. Ich möchte so eine Nachricht nie wieder in meinem Leben überbringen müssen. Ich habe Lilly auf die Station zu meiner Frau bringen lassen, damit auch sie sich von Ihrer Tochter verabschieden konnte. Die Kleine hatte noch einen grossen Teil ihrer Körperwärme und sah aus, als würde sie nur schlafen, aber wir wussten beide, dass dies nicht der Fall war. Lilly wurde am 20.06.2008 um 12 Uhr auf dem Bonner Südfriedhof im engsten Kreise beigesetzt. Wir hatten mit dem Pfarrer einen Gottesdienst unter freiem Himmel geplant und auch in dieser Form durchgeführt. Ich durfte den Sarg mit Lilly zum Grab tragen und konnte ihr auf diese Weise nochmal ganz nah sein. Das Bestattungsunternehmen hatte zuvor Bilder von der Grabstätte gemacht. Die Kamera wurde während der Trauerfeier aus dem Fahrzeug des Bestatters gestohlen. Aber unser Unglück sollte noch nicht vollständig sein.....
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